Alpine Gefahren und Pistenregeln

Autor: Mag. Andreas Puswald

Gefahrenbewußtsein

Die Erziehung zur Eigenverantwortung ist der beste Weg zu mehr Sicherheit. Eine entsprechende Schulung des Verhaltens soll dazu führen, dass ein rasches und selbständiges Handeln in Gefahrensituationen erfolgt. Wer sich auf andere verläßt, verliert gefährlich viel Zeit.

Ein Unfall darf nicht als etwas Schicksalhaftes hingenommen werden. Vielmehr soll versucht werden, mittels Unfallanalysen, Gegenstrategien zu entwickeln. Um das Risiko möglichst gering zu halten, bedarf es einer ständigen Lernbereitschaft und eines laufenden kritischen Überprüfens seines "nächsten Schrittes".

Unser Verstand allein reicht oft nicht aus, um uns in der Natur sicher zu behaupten. Eine Erfahrung ist so stark wie die Gefühle, die mit ihr verbunden sind. Betroffen sein und involviert werden bringt Erfahrungserweiterung. Nur ganzheitliches Lernen bringt Begreifen und läßt auch ein Anwenden und Umsetzen in die Praxis zu. Beste Lernbeispiele bieten Unfallberichte, die möglichst unmittelbar als Erfahrungswert anderer auf das eigene Handeln umgesetzt werden können.

Gefahren abseits der Piste: Schnee; Lawinen, Wetter, Sonne: erheblich verstärkt werden. Wer nicht weiß wohin er geht, ist in großer Gefahr. Niemals sollte man einer Skispur folgen, ohne zu wissen in welches Gelände sie führt. Man stößt sonst leicht auf Hindernisse - Schluchten, Steilabbrüche - die nicht zu überwinden sind. Wer trotzdem versucht, seinen Weg fortzusetzen, riskiert einen folgenschweren Absturz.
Die einzige Möglichkeit abseits der Pisten bestehen zu können, liegt in einer gewissenhaften Vorbereitung.

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Pistenregeln

Laut einer aktuellen Studie des Instituts "Sicher Leben" haben zahlreiche Wintersportler ein beachtliches Informationsdefizit in Sachen Pistenregeln. In der Wintersaison 2003/2004 wurde durch SICHER LEBEN und BMBWK eine Broschüre in einer Auflage von 800.000 Stück sowie Poster in einer Auflage von 15.000 Stück produziert und bei Seilbahnen, im Sportartikelhandel, im Schulbereich, in Skischulen, der Österreichischen Bergrettung, den Naturfreunden und der Werbeagentur Sitour vertrieben.

Der Internationale Skiverband - International Ski Federation, Fédération Internationale de Ski - in allen Sprachen mit "FIS" abgekürzt - gibt die Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder mit Kommentar heraus.

Skifahren und Snowboarden bergen wie alle Sportarten Risiken. Die FIS-Regeln als Maßstab für sportgerechtes Verhalten des sorgfältigen und verantwortungsbewussten Skifahrers und Snowboarders haben zum Ziel, Unfälle auf Ski- und Snowboardabfahrten zu vermeiden.
Die FIS-Regeln gelten für alle Skifahrer und Snowboarder. Jeder Skifahrer und Snowboarder ist verpflichtet, sie zu kennen und einzuhalten.
Wer unter Verstoß gegen die Regeln einen Unfall verursacht, kann für die Folgen zivil- und strafrechtlich verantwortlich werden.