Die Freizeit bei Wintersportwochen sinnvoll nützen

Autor: Mag. ALFRED KOLLER

Die Freizeitgestaltung auf Wintersportwochen ist ein oft unterschätzter Bereich. Die Gestaltung des Vormittags - und des Nachmittagsbetriebes, der eigentliche Schwerpunkt der Wintersportwoche, wird ja von den einzelnen Kollegen und Kolleginnen als Leiter(in) der einzelnen Gruppen durchgeführt.
Der Rest, die Gestaltung des "nichtsportlichen" Bereichs, wird aber oft dem Zufall überlassen. Doch auch diese Zeiten gehörten sinnvoll vorbereitet und in den Gesamtablauf eingeplant. Soll doch neben der Betonung der Leistung auch das Musische, Spielerische zu seinem Recht kommen. Vor allem der soziale Bereich, das kameradschaftliche Zusammenleben auf relativ beengtem Raum, bedarf einer besonderen Pflege, kommt es doch sonst sehr schnell zu erzieherisch wenig wertvollen oder sogar erziehungsfeindlichen Betätigungen.

Schon nach der Ankunft, die oft am frühen Nachmittag erfolgt, ist es notwendig mit den Schülerinnen und Schülern etwas zu unternehmen, da sie durch die Anfahrt ein großes Bewegungsbedürfnis angesammelt haben. Ein freies Gelände ist bald gefunden, Aktivitäten im Schnee können beginnen und helfen sicherlich, den ersten Abend nicht zu lange werden zu lassen. Viele Orte haben schon eine Fußgängerzone geschaffen, wo die Kinder ohne Gefahr Besorgungen machen können - man wird ihnen nicht verwehren können, einmal in der Woche für Nachschub zu sorgen. Mit einem kleinen Stadtgeländespiel verbunden, sind sie auch nach dem Einkaufen beschäftigt und müssen die Zeit bis zur Zusammenkunft nicht irgendwie totschlagen.

Auch mit der Gruppe kommt es oft zu Wartezeiten - warten auf die Liftkarten, warten auf den Autobus, warten auf einen Schüler usw. Spiele für die kleine Gruppe  verkürzen die Wartezeit!
Oft wird zu Mittag auf einer Hütte gegessen. Das Warten auf das Essen läßt sich leicht mit einem kleinen Spiel rund um den Tisch  verkürzen.

Sehr brauchbar sind Spiele und Wettkämpfe, die sich über mehrere Tage  erstrecken. Gibt der Austragungsmodus auch den schwächeren Schülern die Chance, länger daran teilzunehmen, wird sich so ein Spiel oder Wettkampf wie ein roter Faden durch das Geschehen der Woche hindurchziehen. Turnierraster  werden bei der Durchführung von Nutzen sein.

Bewegung und Sport als Ausgleich zu den Schneesportarten sind oft willkommen, wenn man die notwendige Infratstruktur zur Verfügung hat. Aber schon kleiner Angebote wie etwa das Jonglieren bringen einen zusätzlichen Reiz.

Die Abendgestaltung  kann sehr unterschiedlich organisiert werden:
Bildungsabende mit kursbezogenen Vorträgen, Videos und Filmen über sportspezifische Themen, ein geographischer Abend über die Umgebung, Diskussionsabende sind die eine Seite, Unterhaltungsabende mit verschiedenen Bereichen, wie Spiele , Wettkämpfe , Lieder  singen (kommt wieder in Mode - gut ist, wenn man etwas Gitarrespielen kann) über kreatives Gestalten  bis zum Bereich der Tänze , die andere.
Sie sollen echte Fröhlichkeit vermitteln, das Spielerische im Gegensatz zum Zweckhaften betonen, Möglichkeiten zur Entfaltung schöpferischer Kräfte bieten und, durch den Einsatz möglichst aller, das Zusammengehörigkeitsgefühl verstärken.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem ersten Abend und dem Abschlußabend  zu. Gelingt der erste Abend, ist die Stimmung fröhlich-erwartungsvoll, dann kann auf der Sportwoche eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Der Abschlußabend wiederum soll ein festlicher und zugleich fröhlicher Ausklang der Sportwoche sein.