Schulveranstaltungen: Eine pädagogische Chance
Ziele der Schulveranstaltungen
- Festigung der im Unterricht vermittelten Lehrplaninhalte durch Anwendung und Erfahrung in der Praxis;
- Auseinandersetzung mit dem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben;
- Förderung der musischen Anlagen;
- Erweiterung und Vertiefung des Bewegungsangebotes der Schule durch das Kennenlernen und Erlernen von Sportarten, die sich besonders für den Freizeitbereich und als lebensbegleitende sportliche Betätigung eignen;
- Veranstaltungen für die ganze Klasse (wobei mindestens 70 % der Schülerinnen und Schüler einer Klasse teilnehmen sollen) und damit eine besondere pädagogische Chance zu sozialem Lernen.
Schulveranstaltungen mit bewegungserziehlichen Inhalten
Beispiele für eintägige Veranstaltungen: Wandertage, Sporttage, Gesundheitstage, Sportprojekte, etc.
Mehrtägige Veranstaltungen: Wintersportwochen, Sommersportwochen, Schwimmwochen, Gesundheitswochen, Trainingswochen, Wettkampfwochen, usw..
Planung und Durchführung
Alle Schulveranstaltungen sind schulautonom vorzubereiten, durchzuführen und zu evaluieren. Es ist daher große Flexibilität bei der inhaltlichen Zielsetzung und dem organisatorischen Rahmen möglich, zugleich kommt den Schulpartnern aber hohe Verantwortung zu.
Bei der Auswahl der Inhalte ist auf die körperliche Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler Bedacht zu nehmen und die Organisation muss den Grundsätzen der Sicherheit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit entsprechen.
Die Kosten (zB Aufenthalt, Transport, Kurse) für die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler werden von den Erziehungsberechtigten getragen (Beihilfen können gewährt werden), der Aufwand für die Lehrerinnen und Lehrer vom Schulerhalter.
Eintägige Schulveranstaltungen
Schulstufe/Schulart | Ausmaß |
|---|---|
Vorschulstufe, | bis zu 5 Stunden: je nach Anforderungen des Lehrplanes |
3. und 4. Schulstufe | bis zu 5 Stunden: je Schulstufe 13 |
5. bis 8. Schulstufe | bis zu 5 Stunden: je Schulstufe 9 |
Polytechnische Schule | bis zu 5 Stunden: 10 |
Berufsschule | bis zu 5 Stunden: je Schulstufe 6 |
ab der 9. Schulstufe | bis zu 5 Stunden: je Schulstufe 9 |
Mehrtägige Schulveranstaltungen
Schulstufe/Schulart | Ausmaß in Kalendertagen |
|---|---|
3. und 4. Schulstufe | insgesamt 7 |
5. bis 8. Schulstufe | insgesamt 28 (an Schulen unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung insgesamt 35, davon mindestens 7 Tage mit Schwerpunktbezug) |
Polytechnische Schule | 12 |
Berufsschule | insgesamt 3 |
ab der 9. Schulstufe | (außer Polytechnischer Schule und Berufsschule) je Schulstufe 6 (an Schulen unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung zusätzlich 6 mit Schwerpunktbezug), wobei eine Zusammenfassung unter Anrechnung auf das Gesamtausmaß zulässig ist. |
Inhalte
Während bei den Sportwochen im Winter neben dem Skilauf das Snowboard und Alternativgeräte an Terrain gewinnen, sind bei den Sommersportwochen neben den traditionellen Inhalten (Tennis, Reiten, Segeln, Surfen) vor allem Trendsportarten wie z.B. Mountainbiken, Golf oder Kajak immer häufiger gefragt.
Entwicklung
Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur bringt seit geraumer Zeit im Abstand von etwa drei bis vier Jahren Übersichten zu Schulveranstaltungen für Bewegung und Sport heraus. In der aktuellen Erhebung zum Schuljahr 2002/2003 konnten von 6.432 in Frage kommenden Schulen rund 96 % erfasst werden.
Die Erwartungen an solche Erhebungen sind sehr unterschiedlich und oft auch sehr groß. Die quantitative Entwicklung soll ablesbar sein und die Trends erkennbar. Auch Begründungen werden verlangt.
Erstmals wurde die Erhebung über das Internet durchgeführt. Alle Schulen, die Bewegungs- und Sportwochen im Schuljahr 2002/2003 vorsehen hätten können, wurden erfasst.
Mehr Informationen: Kapitel Studien
Qualität und Sicherheit
Umfangreiche Maßnahmen (Aktionen) des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur tragen zur Qualitätssteigerung der Wintersportwochen bei: Quartier- und Verleihangebote, Sicherheitspakete, CD-ROM, Kooperationen mit Partnern (auch aus der Wirtschaft), etc..
Entscheidende Impulse werden in dieser Hinsicht auch vom „Österreichischen Arbeitskreis Schneesport an Schulen & Hochschulen“ gesetzt.
Die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler bei Sportwochen muss bei der Planung und Durchführung besonders beachtet werden. Entsprechende Gruppengrößen, der gewählten Aktivität angemessene konditionelle Vorbereitung, Wahl von Übungsstätten und Sportgelände und hohe fachliche Kompetenz der Lehrkräfte spielen eine entscheidende Rolle.
Eine gute Aus- und Fortbildung der Lehrerschaft und hohe Anforderungen an die Instruktoren gewerblicher Unternehmungen, die im Rahmen von Sportwochen unterrichten können, garantieren die hohe Qualität der bewegungserziehlichen Schulveranstaltungen.
„Richtlinien zur Durchführung von Schulveranstaltungen mit bewegungsorientiertem Schwerpunkt“ durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur präzisieren die für die Sicherheit in verschiedenen Sportarten notwendigen Standards.
Im Rahmen der Unfallverhütung führt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gemeinsam mit anderen Institutionen (etwa der „Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt“ oder dem Institut „Sicher Leben“ ) verschiedene Aktionen zur Sicherheitserziehung durch.



